Wer heute eine neue Sehzeichentafel anschafft, steht vor einer grundlegenden Entscheidung: klassischer Sehzeichenprojektor oder digitale App auf dem iPad? Beide Varianten haben ihre Daseinsberechtigung – doch für die meisten modernen Augenoptiker-Betriebe hat die digitale Lösung klare Vorteile. Dieser Artikel hilft Ihnen, die richtige Wahl zu treffen.
Der klassische Sehzeichenprojektor
Projektoren von NIDEK, Topcon oder OCULUS sind seit Jahrzehnten der Standard im Optiker-Fachbetrieb. Sie projizieren Optotypen auf eine weiße Wand oder Fläche, sind motorisiert fernsteuerbar und lassen sich in vollständige Refraktions-Workflows integrieren.
Vorteile:
- Bewährt und zuverlässig
- Hohe Bildqualität bei idealen Lichtverhältnissen
- Integration in vollständige Refraktionssysteme (z. B. mit automatischem Phoropter)
Nachteile:
- Anschaffungskosten von 3.000 bis 10.000 Euro und mehr
- Fester Installationsort – keine Mobilität
- Wartungskosten, Ersatzteile, Lampen
- Eingeschränktes Optotypen-Sortiment (je nach Modell)
- Für Hausbesuche und kleine Kabinen ungeeignet
Die digitale Sehzeichentafel auf dem iPad
Moderne Apps wie UbiVision nutzen das iPad als Anzeigemedium und bringen das gesamte Optotypen-Sortiment in eine kompakte, flexible Lösung.
Vorteile:
- Kein fixer Aufstellungsort – Hausbesuch, Pflegeheim, Filiale, kleine Kabine
- Alle gängigen Optotypen in einer App: Snellen, Landolt, Sloan-Letters, E-Haken, Kinderzeichen, Zahlen
- Spezialtests inklusive: Amsler-Gitter, Rot-Grün, Schober, Kreuzzylinder, Strahlenkranz
- iPhone als kabellose Fernbedienung – kein Berühren des iPads nötig
- Regelmäßige Updates mit neuen Features ohne Zusatzkosten
- Niedrige laufende Kosten
Nachteile:
- Abhängig von iPad-Akku und WLAN (für Fernbedienung lokales Netz)
- Kein vollautomatischer Phoropter-Workflow (Stand heute)
Kostenvergleich
| Klassischer Projektor | UbiVision iPad | |
|---|---|---|
| Anschaffung | 3.000–10.000 € | iPad bereits vorhanden |
| Laufende Kosten | Wartung, Lampen | 45 €/Monat |
| Mobilität | Nein | Ja |
| Optotypen-Updates | Nein / kostenpflichtig | Inklusive |
| Hausbesuch möglich | Nein | Ja |
Nach 2–3 Jahren hat eine digitale Lösung selbst bei monatlichem Abo die klassische Hardware-Investition weit unterschritten – ohne Wartungsrisiko.
Für wen eignet sich was?
Klassischer Projektor ist nach wie vor sinnvoll, wenn Sie in ein vollständig integriertes stationäres Refraktionssystem mit automatischem Phoropter investieren – und wenn Mobilität keine Rolle spielt.
Digitale Lösung ist die bessere Wahl für alle, die:
- Flexibel und mobil arbeiten (oder arbeiten wollen)
- nicht fünfstellige Beträge in Hardware investieren möchten
- eine breite Auswahl an Optotypen und Spezialtests benötigen
- mehrere Standorte oder Filialen betreiben
Fazit
Für den modernen, flexiblen Augenoptik-Betrieb ist die iPad-App heute in den meisten Fällen die wirtschaftlichere und vielseitigere Wahl. Der klassische Projektor hat noch seinen Platz in vollintegrierten stationären Refraktionseinheiten – aber auch dort rücken digitale Alternativen immer näher.
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