Der mobile Augenoptiker ist längst kein Nischenthema mehr. Pflegeheimbesuche, Hausbesuche bei älteren oder eingeschränkten Kunden, Schulen, Betriebe – wer mobil arbeitet, muss professionelle Ergebnisse liefern, ohne einen LKW an Ausrüstung dabei zu haben. Das iPad hat sich dabei als ideale Plattform für die mobile Refraktion etabliert.
Warum das iPad für die Hausrefraktion?
Klassische Sehzeichenprojektoren sind ortsgebunden. Ein iPad ist es nicht. Es passt in jeden Rucksack, startet sofort, braucht keine Wandmontage und liefert auf seinem OLED- oder Retina-Display eine präzise, kalibrierte Optotypen-Darstellung.
Entscheidend ist aber die richtige Software – eine App, die:
- alle relevanten Optotypen mitbringt
- die Optotypengröße korrekt nach Testentfernung berechnet
- eine kabellose Fernbedienung mitliefert
Die Herausforderung beim Hausbesuch: Platz und Entfernung
In einem Optik-Fachgeschäft hat man oft eine definierte Refraktionskabine mit 4–6 Metern Testentfernung. Beim Hausbesuch sieht das anders aus:
- Das Wohnzimmer ist vielleicht nur 3 Meter lang
- Der Flur bietet manchmal mehr Platz als das Zimmer
- In Pflegeheimzimmern ist die Entfernung oft begrenzt
Gute Sehzeichensoftware muss hier flexibel sein: Testentfernungen von 2 bis 6 Metern sollten unterstützt werden, und die Optotypengröße muss sich automatisch anpassen – damit der angezeigte Visus unabhängig von der Raumgröße korrekt bleibt.
UbiVision unterstützt Testentfernungen von 2,0 bis 6,0 Metern stufenlos. Die Optotypen werden in Echtzeit auf die korrekte Sehwinkelgröße skaliert.
Fernbedienung: Der entscheidende Komfort-Faktor
Beim Hausbesuch sitzen Sie neben dem Patienten. Das iPad steht am Ende des Raums. Wie wechseln Sie die Sehzeichen?
Ohne Fernbedienung müssten Sie jedes Mal aufstehen. Mit dem iPhone als kabelloser Fernbedienung bleiben Sie beim Patienten – steuern Visusstufe, Optotypenwechsel und Sehzeichen-Set direkt vom iPhone aus.
Die Verbindung funktioniert über das lokale Netzwerk. Beim Hausbesuch reicht ein iPhone-Hotspot: Das iPad verbindet sich mit dem Hotspot, das iPhone dient gleichzeitig als Fernbedienung – ohne Internetverbindung, ohne fremdes WLAN, vollständig offline.
Typischer Ablauf beim Hausbesuch
- Ankommen, iPad aufstellen – auf einem Tisch, einem Stuhl oder einem kleinen Stativ am Ende des Raums
- Entfernung messen – mit Maßband oder Schätzung, in der App einstellen
- iPhone-Hotspot aktivieren, iPad verbindet sich automatisch
- UbiVision auf iPhone öffnen – iPad wird automatisch gefunden, Verbindung mit einem Tipp
- Refraktion durchführen – vollständig vom iPhone aus gesteuert, ohne das iPad berühren zu müssen
- Ergebnisse notieren, Kundenkartei später im Geschäft aktualisieren
Welche Tests sind mobil sinnvoll?
Für den Hausbesuch eignen sich vor allem:
- Fernvisus – Snellen, Landolt, Zahlen, E-Haken (je nach Patient)
- Kinderzeichen – für Kinder-Hausbesuche oder Schulbesuche
- Nahtest – Leseproben und Nahoptotypen direkt auf dem iPad
- Amsler-Gitter – für AMD-Vorsorge
- Rot-Grün-Test – als einfache Binocularprüfung
Spezialtests wie Schober oder Kreuzzylinder sind beim Hausbesuch seltener, aber mit UbiVision jederzeit verfügbar.
Praktische Tipps für den mobilen Einsatz
Helligkeit anpassen: In hellen Wohnzimmern die iPad-Helligkeit auf Maximum stellen. In dunklen Räumen reduzieren, damit der Patient nicht geblendet wird.
Stativ verwenden: Ein kleines Tischstativ oder ein Klemm-Halter hält das iPad stabil und auf Augenhöhe – professioneller als ein gegen die Wand gelehntes Gerät.
Akku im Blick behalten: Vor dem Besuch aufladen. Bei längeren Einsätzen eine Powerbank mitnehmen.
Hotspot-Verbindung testen: Vor Ort kurz prüfen, ob iPad und iPhone sich verbunden haben, bevor der Patient wartet.
Fazit
Hausrefraktion mit dem iPad ist heute professionell machbar – mit der richtigen Software. Das iPad liefert präzise Optotypen in jeder Raumgröße, das iPhone übernimmt die Fernbedienung, und der Aufbau dauert unter zwei Minuten. Was früher nur mit stationärer Hardware möglich war, passt heute in eine Tasche.