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Mobile Refraktion: Welche Vorteile der Hausbesuch für Augenoptiker bringt

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Die meisten Augenoptiker kennen mobile Refraktion als Ausnahme: Ein Stammkunde kann nicht mehr ins Geschäft kommen, also fährt man eben hin. Als Angebot betrachtet wird der Hausbesuch dagegen selten – dabei erschließt er eine Kundengruppe, um die im Ladengeschäft niemand konkurriert.

Dieser Artikel geht der Frage nach, was mobile Refraktion einem Betrieb tatsächlich bringt. Wie ein Hausbesuch technisch abläuft, steht ausführlich in Hausrefraktion mit dem iPad.

Wer davon profitiert

Die Zielgruppen unterscheiden sich deutlicher, als es zunächst wirkt:

  • Pflegeeinrichtungen und betreutes Wohnen. Der Bedarf ist hoch und wird selten gedeckt. Wer einmal in einer Einrichtung war, kommt meist zu mehreren Bewohnern – die Anfahrt verteilt sich.
  • Kunden mit eingeschränkter Mobilität. Nach Operationen, bei Gehhilfen, bei Demenz. Für Angehörige ist der Transport zum Optiker oft die größere Hürde als der Sehtest selbst.
  • Ländliche Regionen. Wo der nächste Optiker 30 Kilometer entfernt ist, wird der Hausbesuch zum eigentlichen Versorgungsangebot.
  • Betriebe. Sehprüfungen am Arbeitsplatz, etwa im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge G37 für Bildschirmarbeit, bündeln viele Prüfungen an einem Termin.
  • Schulen und Kitas. Screening-Aktionen mit Kinderzeichen – fachlich einfach, für die Bekanntheit im Ort wertvoll.

Die Vorteile für den Betrieb

Ein Markt ohne Schaufenster-Konkurrenz. Im Ladengeschäft konkurrieren Sie mit jeder Kette in der Innenstadt. Beim Hausbesuch konkurrieren Sie mit niemandem – die wenigsten Betriebe bieten ihn überhaupt an.

Termine, die sich planen lassen. Hausbesuche liegen dort, wo im Geschäft ohnehin wenig los ist: früher Vormittag, später Nachmittag, Randzeiten. Sie glätten die Auslastung, statt sie zu verschieben.

Höhere Abschlussquote. Wer sich einen Optiker nach Hause bestellt, hat einen konkreten Bedarf und vergleicht anschließend selten drei Anbieter. Die Beratung findet ohne Zeitdruck und ohne Publikum statt.

Bindung und Empfehlung. Ein Hausbesuch bleibt in Erinnerung – bei der Kundin selbst, bei den Angehörigen und beim Pflegepersonal. In Einrichtungen läuft die Weiterempfehlung praktisch von allein.

Geringe Zusatzinvestition. Messgestell und Gläsersatz sind vorhanden. Was fehlt, ist ein transportables Anzeigemedium für die Optotypen – und das ist heute ein iPad, kein zweiter Projektor.

Ein Argument für die Nachfolge. Wer mobil arbeitet, ist unabhängiger von der Lauflage seines Standorts. Das zählt, wenn die Innenstadt schwächelt.

Die Vorteile für den Kunden

Für die Kundenseite ist die Rechnung noch einfacher:

  • Kein Transport. Bei eingeschränkter Mobilität ist das der entscheidende Punkt – oft scheitert die Versorgung genau daran.
  • Vertraute Umgebung. Gerade bei Demenz oder Unsicherheit fallen Sehprüfungen zu Hause deutlich verlässlicher aus als in einer fremden Kabine.
  • Angehörige sind dabei. Fragen zur Handhabung, zur Pflege der Brille oder zur Finanzierung lassen sich direkt mit denen klären, die im Alltag helfen.
  • Mehr Zeit. Ein Hausbesuchstermin ist von vornherein großzügiger geplant als ein Termin zwischen zwei Laufkunden.

Was mobile Refraktion technisch braucht

Die Ausrüstung ist überschaubar – entscheidend ist, dass die Optotypen-Darstellung mitkommt und dabei korrekt bleibt:

  • Flexible Prüfdistanzen. Im Wohnzimmer sind selten 5 Meter Platz. Die Software muss die Optotypengröße auf die tatsächliche Distanz umrechnen, sonst stimmt der ermittelte Visus nicht. UbiVision unterstützt 2,0 bis 6,0 Meter stufenlos.
  • Korrekte Größenkalibrierung. Die Optotypen müssen physisch die richtige Größe haben – abhängig von Prüfdistanz und Gerät. Das ist der Punkt, an dem sich Sehzeichen-Apps am stärksten unterscheiden.
  • Bedienung aus der Distanz. Sie sitzen neben dem Kunden, das iPad steht am anderen Ende des Raums. Ohne Fernbedienung stehen Sie bei jedem Zeichenwechsel auf. Bei UbiVision übernimmt das iPhone die Steuerung, die Verbindung läuft über den eigenen Hotspot – ohne fremdes WLAN und ohne Internet.
  • Die passenden Tests. Fernvisus mit verschiedenen Optotypen-Sets, Nahtest, Kinderzeichen und das Amsler-Gitter decken den mobilen Alltag weitgehend ab.

Worauf es bei der Auswahl der Software sonst noch ankommt, steht in Optiker-Software vergleichen.

Wo die Grenzen liegen

Mobile Refraktion ist kein Ersatz für die Kabine, und es hilft niemandem, das anders darzustellen:

  • Die Beleuchtung kontrollieren Sie nicht. Ein sonniges Wohnzimmer und ein abgedunkeltes Pflegezimmer sind zwei verschiedene Messbedingungen. Notieren Sie die Umstände mit.
  • Der Platz begrenzt die Prüfdistanz. Kürzere Distanzen sind rechnerisch sauber lösbar, aber je kürzer, desto stärker wirken sich Fehler bei der Distanzmessung aus. Messen Sie mit dem Maßband, schätzen Sie nicht.
  • Spezialdiagnostik bleibt im Geschäft. Was Spaltlampe, Autorefraktometer oder Phoropter erfordert, findet weiterhin in der Kabine statt.
  • Keine ärztliche Untersuchung. Die augenoptische Bestimmung der Sehschärfe ersetzt keine augenärztliche Abklärung – bei auffälligen Befunden gehört der Hinweis dazu, gerade bei älteren Kunden.
  • Wegzeiten sind Arbeitszeit. Wer Hausbesuche nur nebenher mitlaufen lässt, rechnet sie sich schön.

Rechnet sich das?

Die ehrliche Antwort: Es kommt auf die Fahrzeit an. Ein Einzeltermin 25 Kilometer entfernt trägt sich selten. Drei Bewohner in derselben Einrichtung tragen sich fast immer.

Rechnen Sie deshalb nicht pro Kunde, sondern pro Anfahrt: Wegzeit hin und zurück plus Aufbau, geteilt durch die Zahl der Prüfungen an diesem Termin. Genau deshalb sind Einrichtungen, Betriebe und Schulen die attraktiveren Ziele – und deshalb lohnt es sich, dort anzufragen, statt auf einzelne Anrufe zu warten.

Auf der Kostenseite steht dem wenig gegenüber: Wenn Messgestell und Gläser vorhanden sind, bleibt die Software. Bei UbiVision sind das 45 € im Monat, monatlich kündbar – unabhängig davon, wie viele Hausbesuche Sie daraus machen.

Fazit

Mobile Refraktion ist kein technisches Problem mehr. Ein iPad mit kalibrierter Sehzeichen-App und dem iPhone als Fernbedienung passt in eine Tasche und ist in zwei Minuten aufgebaut. Die eigentliche Entscheidung ist eine geschäftliche: ob Sie eine Kundengruppe versorgen wollen, die sonst niemand versorgt.

Wer damit anfangen möchte, beginnt am besten nicht bei der Einzelperson, sondern bei einer Pflegeeinrichtung im Umkreis – dort ist der Bedarf am größten und die Anfahrt am besten verteilt.


Siehe auch: Hausrefraktion mit dem iPad – der praktische Ablauf Schritt für Schritt, und die Seite für mobile Augenoptiker.

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